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Aktuelles

07.06.2016 Machtkampf um die Sparkasse - Parallelen zur Sparda-Bank Zurück >

Über eine interessante Entwicklung bei der Stadtsparkasse Düsseldorf berichtet die FAZ. Die Sparkassenaufsicht rüttelt am Selbstverständnis aller Sparkassen. Es geht im Kern darum, ob eine Sparkasse als Anstalt öffentlichen Rechts quasi sich selbst gehört und der Vorstand etwa über den Gewinn weitgehend verfügen darf oder ob der Verwaltungsrat als Kontrollgremium der Träger mehr oder weniger große Mitsprache hat. Der Bürgermeister argumentiert, dass die Stadtsparkasse über erheblich mehr Eigenkapital als gesetzlich vorgeschrieben verfügt, so dass eine Aufstockung der Rücklagen nicht zwingend „notwendig“ sein. Kritisiert wird, dass Vorstände am liebsten vor Ort großzügig Spenden anstatt Gewinne ausschütten. Damit kann sich die Sparkasse jedes Jahr Freunde machen. Ab 2016 wird die Entscheidungsbefugnis des Verwaltungsrates gestärkt. Das sind erstaunliche Parallelen zur Sparda-Bank. Eigner sind hier nicht die Kommunen, sondern die Mitglieder, also die Kunden. Aber auch hier meinen Vorstand und Mitarbeiter, sie gehören sich selbst, was nicht nur im Wahlverfahren zur Vertreterversammlung, sondern auch in der Dividendenpolitik zum Ausdruck kommt. Auch bei der Sparda-Bank sind die Gewinne in den letzten Jahren stetig gestiegen. Auch sie verfügt über erheblich mehr Eigenkapital als gesetzlich vorgeschrieben. Aber trotzdem steckt sie den größten Teil des Gewinns lieber in die Rücklagen und hat sogar die früher mit 6% großzügige Dividende schrittweise auf 3% reduziert.
Leider gibt es hier keine Instanz wie die Sparkassenaufsicht. Aber die Eigentümer, also die Kunden, könnten bei den Wahlen zur Vertreterversammlung durchaus auf ihre Interessen pochen.